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Studiengang Landeskultur und Umweltschutz

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Universitt Rostock

  Bachelorstudium|Masterstudium


Keine Epoche zuvor brachte soviel Entwicklung und Veränderung hervor, wie das vergangene 20. Jahrhundert. Bauindustrie, Maschinenbau, Chemie, Elektrotechnik und Elektronik veränderten das Leben und die Lebensqualität grundlegend. Diese Entwicklung griff aber auch in nie da gewesener Art und Weise auf natürliche Ressourcen zurück und veränderte das Gesicht unseres Planeten nachhaltig. So stellt sich heute so mancher die Frage, ob Entwicklung und Natur einander ausschließen. Ist es nicht möglich wirtschaftliches Wachstum und schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen in einem Studiengang, in einem Berufsbild zu vereinen und entsprechend qualifiziert eine lebenswerte Zukunft zu gestalten?

Landeskultur und Umweltschutz (B.Sc.)

Gegenstand des Studiengangs

Landeskultur ist alles Planen und Handeln mit dem Ziel, das gegebene Naturraumpotential optimal zu gestalten und rationell zu nutzen sowie dieses Potential mit bestmöglicher Qualität und Leistungsreife als natürliche Lebensgrundlage für die Allgemeinheit zu sichern. Der ländliche Raum und dessen nachhaltige Nutzung durch den Menschen sind der wesentliche Gegenstand der Arbeiten in Landeskultur und Umweltschutz.
Naturwissenschaftliche Kompetenz verbunden mit ingenieurwissenschaftlichem und planerischem Know How ermöglichen es dem Absolventen dieses Studienganges, komplexe Wechselwirkungen zwischen menschlichem Handeln und den Reaktionen der Umwelt zu erkennen und so zu managen, dass Kulturlandschaften und Schutzgüter wie Boden, Wasser und Luft erhalten bleiben. Den Studentinnen und Studenten werden Fähigkeiten vermittelt, die es ihnen unter Nutzung moderner Methoden wie z.B. der Fernerkundung, Geoinformatik und Modellierung ermöglichen:

  • geowissenschaftliche Erkundungen und landschafts- und siedlungsanalytische Untersuchungen durchzuführen,
  • Lösungen der Landschafts-, Bauleit- und Objektplanung abzuleiten,
  • ingenieurtechnische Bauwerke der Kulturtechnik sowie des Landschafts- und Wegebaus im ländlichen Raum zu planen und zu begleiten,
  • Aufgaben der Abfall- und Siedlungswasserwirtschaft zu bewältigen sowie
  • landeskulturelle Maßnahmen in ihrer Wirkung ökologisch zu beurteilen und ökonomisch zu bewerten.

Der zukünftige Absolvent wird im Rahmen dieser ganzheitlichen Ausbildung bestmöglich auf den beruflichen Einsatz in den verschiedensten Tätigkeitsfeldern (siehe unten) vorbereitet.

Struktur und Inhalte des Bachelorstudiums

Der Internationalisierung von Studienabschlüssen Rechnung tragend wird im Wintersemester 2004/2005 erstmalig der Bachelorstudiengang Landeskultur und Umweltschutz angeboten. Nach der 3-jährigen Studiendauer – oder je nach persönlicher Lebensplanung zu einem späteren Zeitpunkt – wird es möglich sein, dieses Studium in Form eines konsekutiven 2-jährigen Masterstudienganges an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät fortzusetzen. Beide Studiengänge knüpfen unmittelbar an die langjährigen Erfahrungen des Diplomstudienganges Landeskultur und Umweltschutz an. Der Bachelorabschluss schafft die Möglichkeit, früher als bisher in die Praxis zu wechseln und Berufserfahrungen zu sammeln. Durch die internationale Harmonisierung in Form solcher gestufter Studiengänge, beschlossen durch die Kultusministerkonferenz der Europäischen Union, werden aber auch die Türen zu den Masterstudiengängen ausländischer Universitäten geöffnet.
Die Ausbildung zum Bachelor Landeskultur und Umweltschutz gliedert sich in zwei Abschnitte.

Aufbauend auf das im Abitur erlangte Wissen werden die Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und Ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen vermittelt, um einen Einstieg in die Fachgebiete dieses generalistischen Studiengangs zu ermöglichen.
Die gewonnen Grundlagen werden in einzelnen Fachgebieten angewandt und es werden die Fähigkeiten herausgebildet, die einen Bachelor für Landeskultur und Umweltschutz auszeichnen. Das Handeln des Ingenieurs und Planers wird kombiniert mit dem Wissen um die Wechselwirkungen mit der natürlichen Umwelt. Ziel ist es, das vernetzte Denken und Handeln des Studenten zu entwickeln und zu fördern.

> siehe kommentierten Modulkatalog

Das generalistische Gesamtwissen wird anschließend in Form von Vertiefungsrichtungen kanalisiert. Der zukünftige Absolvent entscheidet sich dadurch für einen Studienschwerpunkt – je nach Interesse, beabsichtigtem beruflichen Einsatzfeld oder anschließendem Masterstudium.

 

Berufliche Einsatzfelder

In welchen Bereichen kann ein Bachelor für Landeskultur und Umweltschutz tätig werden?
Entsprechend der gewählten Vertiefung ist der Bachelor für Landeskultur und Umweltschutz qualifiziert für die Mitarbeit bei der

  • Landschaftsökologische Erkundung und Umweltsystemanalyse für die Beurteilung von Landschaftspotenzialen nach ihrem Nutzungs- und Regenerationsverhalten,
  • Erarbeitung von Umweltverträglichkeitsstudien für größere Investitionsvorhaben,
  • Planung und Baudurchführung sowie Instandsetzung von
    • landeskulturellen Maßnahmen zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung von einzelnen Ökosystemen und von Landschaften
    • Anlagen des Schutzes, der Regulierung und der Bewirtschaftung des ober- und unterirdischen Wassers, Siedlungswasser- und Abfallwirtschaftsanlagen,
    • speziellen Anlagen des Naturschutzes sowie zum Erhalt der Schutzgüter Klima, Boden, Wasser zur Gewährleistung oder Wiederherstellung einer hohen Umweltqualität
  • Altlastenerkundung und -sanierung,
  • Ausarbeitung von Bewirtschaftungs- und Nutzungsstrategien für Schutzgüter, historische Kulturlandschaften oder für ländliche Räume,
  • Landschaftsgestaltung und -pflege sowie Siedlungs- und Freiraumgestaltung,
  • Erarbeitung von Raumordnungsprogrammen, Flächennutzungsplänen, Bauleitplänen,
  • Erarbeitung von Landschaftsplänen und Grünordnungsplänen und anderen Fachplanungen z.B. Wasserwirtschaft, Verkehr sowie von landschaftspflegerischen Begleitplänen.


Entsprechend vielfältig wie seine Ausbildung und die Vertiefungsmöglichkeiten sind auch die Einsatzfelder des Bachelor für Landeskultur und Umweltschutz in regional, national oder international agierenden Planungs- und Ingenieurbüros bzw. Behörden. Dazu gehören:

  • Ingenieur- und Planungsbüros für Bodenschutz und Altlasten, für Geotechnik, Abfall, Energie und Wasser, für Erd-, Grund- und Tiefbau, für Landschaftsplanung und -gestaltung, für Vermessung und Umwelttechnik, für Hoch- und Städtebau, in Unternehmen für Deponiebau, für Landschafts-, Tief-, Strassen- und Wasserbau,
  • in Ämtern und Behörden zur Wasser- und Abfallwirtschaft, zu Boden- und Altlasten, für Flurbereinigung, Kultur- und Tiefbau, Landes- und Regionalplanung sowie Natur- und Umweltschutz,
  • in Verbänden wie z.B. Abwasser- und Abfallverbände, Boden- und Wasserverbände, Fremdenverkehrs- und Tourismusverbände oder kommunale Entsorgungsverbände,
  • als Umweltschutzbeauftragter in Wirtschaftsunternehmen, Umweltberater und Sachverständiger,
  • in der Dienstleistungsbranche und in wissenschaftlichen Bildungseinrichtungen.

Masterstudiengang Landeskultur und Umweltschutz (M.Sc.)

Gegenstand

Gegenstand des Studiums ist der ländliche Raum (inklusive seiner Siedlungen) und seine nachhaltige Nutzung. Der Absolvent wird befähigt, die dafür erforderlichen Maßnahmen von der Planung bis zur konkreten Umsetzung mit dem Ziel zu begleiten, die Naturraumpotenziale (insbesondere die Ressourcen Wasser, Boden und Luft) nach gesellschaftlichen Vorgaben zu gestalten, rationell zu nutzen sowie als Lebensgrundlage zu sichern. Daneben wird er befähigt, diese Maßnahmen ökologisch und ökonomisch zu bewerten. Den Studentinnen und Studenten werden Fähigkeiten vermittelt, die es ihnen unter Nutzung moderner Methoden wie z.B. der Fernerkundung, Geoinformatik und Modellierung ermöglichen, geowissenschaftliche Erkundungen und landschafts- und siedlungsanalytische Untersuchungen durchzuführen, Lösungen der Landschafts-, Bauleit- und Objektplanung abzuleiten, ingenieurtechnische Bauwerke der Kulturtechnik sowie des Landschafts- und Wegebaus im ländlichen Raum zu planen und zu begleiten, Aufgaben der Abfall- und Siedlungswasserwirtschaft zu bewältigen sowie landeskulturelle Maßnahmen in ihrer Wirkung ökologisch zu beurteilen und ökonomisch zu bewerten. Ziel des vorangehenden Bachelorstudienganges ist die Schaffung von Grundlagen zur Bearbeitung dieser Tätigkeitsfelder und die Vertiefung in Teilbereichen des dafür erforderlichen Fächerspektrums. Im hier dargestellten konsekutiven Masterstudiengang werden die Grundlagen unter noch stärkerer Beachtung wissenschaftlicher Aspekte ergänzt und die Vertiefungsangebote auf eine breitere Basis gestellt.

Struktur und Inhalte des Masterstudiums

 

Inhalte in den Wahlpflichtprogrammen

Integrierende Ortsplanung

  • Geoinformatik
  • Bestandsaufnahme und Entwurfsplanung
  • Detail- und Ausführungsplanung
  • Kommunikationslehre
  • Nachhaltige Raumentwicklung

Ingenieurbauwerke

  • Baubetriebswirtschaft
  • Projektökonomie
  • Strassenbau
  • Landeskulturelle Ingenieurbauwerke

Abfall- und Stoffstromwirtschaft

  • Verwertung organischer Abfälle und nachwachsender Rohstoffe
  • Abfallbehandlung
  • Nachhaltige Abfallwirtschaft, internationale Abfallwirtschaft
  • Altlasten und Sonderabfälle

Siedlungswasserwirtschaft

  • Wasserwirtschaft/ Gewässerschutz/ Wasserreinigungstechnologie
  • Ingenieurhydrologie
  • Wasserversorgung
  • Abwasserableitung und -behandlung

Landschaftsökologie und Ressourcenschutz

  • Spezielle Bodenchemie und Stofftransporte
  • Floristische Analyse und Bioindikation
  • Angewandte Landschaftsökologie und Naturschutz
  • Umwelt- und Naturschutzökonomie
  • Integrierte Standort- und Einzugsgebietsanalyse

Hydrologie und Landschaftswasserhaushalt

  • Angewandte Geowissenschaften
  • Ingenieurhydrologie
  • Kulturtechnik oder
    • Kulturtechnische Bauwerke und Speicher
    • Wasserbewirtschaftung und wasserwirtschaftliche Modellierung
  • Küstenwasserbau
    • Küsten- und Hochwasserschutz
    • See- und Hafenbau

Detailierte Informationen finden Sie in den Modulbeschreibungen [pdf]

Berufliche Einsatzfelder

Die dargestellten Tätigkeitsfelder , das Arbeiten mit dem "Gegenstand" Natur und die Bewältigung von Umweltproblemen sind von komplexer Natur und erfordern interdisziplinäre Fähigkeiten. Die Absolventen sollen mit diesen Fähigkeiten in wissenschaftlichen und Bildungseinrichtungen, Behörden / Kommunen, Ingenieur- und Planungsbüros, Verbänden, Baubetrieben, Dienstleistungseinrichtungen und als Umweltbeauftragte tätig werden und fachübergreifend vermitteln.

Entwicklung der Studiengänge

Der Studiengang kann in der heutigen Form auf eine über 15jährige Geschichte zurückblicken. Der zum Wintersemester 1990 neu eingerichtete Studiengang basiert auf den Traditionen um die Sektion Meliorationswesen und Pflanzenproduktion. Die kulturtechnische Ausbildung geht auf den 1962 etablierten Diplomstudiengang Meliorationstechnik zurück.

Bis zum Wintersemester 2003 wurde der universitären Diplomstudiengang "Diplom-Ingenieur für Landeskultur und Umweltschutz" angeboten. Zur Zeit studieren 450 Studenten in diesem Studiengang. Nach einigen Jahren mit interner Zulassungsbeschränkung hat sich die aktuelle Ersteinschreibungszahl im nunmehr zulassungsfreien Studiengang bei 40 bis 60 Studenten eingestellt.
Ab dem Wintersemester 2004/2005 wurde erstmalig der Bachelorstudiengang Landeskultur und Umweltschutz angeboten.
Ihm folgt nun zum Wintersemester 2007/2008 die Erstimmatrikulation zum konsekutiven Masterstudiengang Landeskultur und Umweltschutz.

Weitere Informationen

Studienbüro LU

Als Studienfachberater steht Ihnen Prof. Dr. rer.nat. Konrad Miegel als Ansprechpartner zur Verfügung.
Tel. 0381 / 498 3660
Fax 0381 / 498 3462

Email: konrad.miegel(at)uni-rostock.de

Hinweise zur Bewerbung

Ältere Informationen zum Diplomingenieur für Landeskultur und Umweltschutz (Immatrikulation bis 2003)


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(C) AUF Impressum E-Mail. Letzte Änderung: 17.07.2008