Von Niedersachsen an die Ostsee – Sebastian Lakner ist neuer Professor für Agrarökonomie an der Universität Rostock

Sebastian Lakner ist neuer Professor für Agrarökonomie an der Universität Rostock (Foto: Universität Rostock/Kristin Nölting).

Die Corona-Pandemie gestaltete seinen Einstieg in den Universitätsalltag jedoch völlig anders als erwartet. Statt im Hörsaal oder Seminarraum hält Professor Lakner seine Lehrveranstaltungen online. E-Learning ist für ihn kein Neuland, er kennt diese Lehr- und Lernform schon aus seiner Zeit an der Georg-August-Universität Göttingen, wo er als Doktorand und Postdoktorand einen internationalen Master- und Promotionsstudiengang mit der Universidad de Talca in Chile betreute. Dennoch würde Professor Lakner lieber im Hörsaal stehen und in die Gesichter seiner Studierenden schauen, der direkte Kontakt und die direkte Kommunikation fehlen ihm.

Schon früh entwickelte Sebastian Lakner ein großes Interesse für die Landwirtschaft, insbesondere den Ökolandbau. Ob Schülerpraktika, Ferienjobs oder Zivildienst – überall kam er mit der Landwirtschaft oder dem Naturschutz in Verbindung. Die Reformideen der Ökologischen Landwirtschaft und die sozioökonomische Sichtweise auf die Landwirtschaft interessieren ihn sehr. So lag die Entscheidung für ein Studium in diesem Bereich auf der Hand. Er studierte Ökologische Landwirtschaft an der Universität Kassel/Witzenhausen und Agrarwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Anschluss gründete Lakner das „Ingenieurbüro für Naturschutz und Agrarökonomie“. Mit diesem arbeitete er an der Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union, und beriet Betriebe in Ostdeutschland. 2005 bis 2009 promovierte Lakner an der Georg-August-Universität Göttingen zur technischen Effizienz im ökologischen Landbau. Als Postdoc richtete Lakner sein Hauptaugenmerk auf die empirische Politikanalyse von Agrarumweltmaßnahmen in der Europäischen Union. 2019 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Thünen-Institut für Ländliche Räume, Braunschweig.

Es freut ihn, dass er nunmehr an einer Universität arbeiten kann, an der Agrar- und Umweltwissenschaften zusammengedacht werden. Eine besondere Herausforderung liegt für ihn darin, dass es in Rostock nur einen Lehrstuhl für das recht breite Fach der Agrarökonomie gibt, was innerhalb Deutschlands ungewöhnlich ist. Die Bearbeitung der unterschiedlichen agrarökonomischen Fragestellungen in Forschung und Lehre will er durch Kooperationen innerhalb der Fakultät, mit anderen Fakultäten der Universität Rostock, aber auch mit anderen Hochschulen meistern. „Gern möchte ich dabei auch Brücken zwischen den Agrar- und Umweltwissenschaften bauen und die in Mecklenburg-Vorpommern vorhandenen Synergien nutzen“, sagt Professor Lakner. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Agrarpolitik. Ihn interessiert dabei besonders, wie die Agrarpolitik einen sinnvollen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen kann.

Studierende lernen bei ihm mehr als nur Umweltökonomie oder landwirtschaftliche Betriebswirtschaftslehre. Wichtig sei ihm, dass sie sich Humor und Gelassenheit auch in Situationen bewahren, in denen es nicht immer einfach ist. „Ich möchte ihnen außerdem vermitteln, wie hilfreich es ist, nicht immer den geradlinigen Weg zu gehen und reflexhaft zu reagieren“, ergänzt er. Offenheit für neue Ideen und andere Wege in der Landwirtschaft führe seiner Auffassung, nicht nur im beruflichen Umfeld, oft zu einem guten Ergebnis.

Seinen neuen Arbeitsort erschließt er sich nach und nach. Oft ist er im Barnstorfer Wald auf seinen Laufrunden anzutreffen. Er genießt den historischen Charme der Hanse- und Universitätsstadt. Von unschätzbarem Wert ist für ihn und seine Familie die Nähe zur Ostsee und zu Skandinavien. „Ich freue mich schon sehr auf den Sommer in Mecklenburg-Vorpommern.“

Kontakt:
Prof. Dr. Sebastian Lakner
Universität Rostock
Fakultät für Agrar- und Umweltwissenschaften
Professur Agrarökonomie
Tel.: +49 381 498-3260
sebastian.lakneruni-rostockde


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