19.11.2018

Algenblüte im Golf von Finnland, Quelle: NASA Earth Observatory; July 18, 2018

Intensive Landwirtschaft und gesunde Gewässer?
Prof. Dr. Bernd Lennartz

Inhalt:
Eine intensive Landwirtschaft mit hohen Erträgen ist in aller Regel verbunden mit einem intensiven Düngungs- und Pflanzenschutzregime. Erhöhte Nährstoffkonzentrationen in Grund- und Oberflächengewässern können als Konsequenz seit Jahrzehnten beobachtet werden. Obwohl sich die Belege eines an Böden und Pflanzen unangepassten Düngungsmanagements häufen, ist der politische Wille, tiefgreifende Änderungen herbeizuführen, nur schwach ausgeprägt. Insbesondere langjährige, überhöhte Nitratkonzentrationen in Gewässern führten so zu einer Klage der Europäischen Kommission gegen Deutschland. Wie haben sich die Nährstoffkonzentrationen und -frachten in den Gewässern über die letzten Jahrzehnte entwickelt? Welche Prozesse steuern die Verlagerung von Stoffen in Böden? Gibt es eine an das Pflanzenwachstum angepasste Düngung, die die Wasserressourcen schützt? Der Beitrag thematisiert die vielschichtigen Fragen der Eutrophierung von Gewässern am Beispiel künstlich entwässerter Einzugsgebiete des Norddeutschen Tieflands und diskutiert Schutz- und Bewirtschaftungsmaßnahmen, die zu einer Lösung des Zielkonflikts beitragen können.

Referent:
Dr. Bernd Lennartz ist als Professor für Bodenphysik an der Universität Rostock, Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät tätig. In der Lehre werden in den grundständigen Studiengängen insbesondere bodenphysikalische Kenngrößen und bodenhydraulische Inhalte vermittelt, während in den Masterstudiengängen Probleme des Boden- und Gewässerschutzes diskutiert werden. In der Forschung konzentriert sich die Arbeitsgruppe auf Stofftransportprozesse insbesondere in organischen Böden (Moorböden). Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt ist die experimentelle und modelltechnische Analyse der Nährstoffbelastung von Böden und Gewässern; die Arbeitsgruppe betreibt seit 15 Jahren entsprechende Feldmesseinrichtungen am Standort Dummerstorf.

Veranstalter:
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät (AUF), Gesellschaft der Freunde und Förderer der AUF und Wissenschaftsverbund IuK