28.01.2019

Aquaponische Pflanzenproduktion, Foto: © 2015 Christian Hoffmann (bbl-mv)

Phosphorströme in Aquakulturkreislaufanlagen und deren Auswirkungen auf die aquaponische Pflanzenproduktion
M. Sc. Sebastian Strauch

Inhalt:
Aquakultur-Kreislaufanlagen gewinnen in der Tierproduktion in Deutschland zunehmend an Bedeutung, wobei die Produktion von Afrikanischem Raubwels in solchen Anlagen an erster Stelle steht. Im Vergleich mit traditioneller Aquakultur in Teichen, Seen, Flüssen oder Meeresgebieten erlaubt die Nutzung kreislaufbasierter Systeme nicht nur ein hohes Maß an Kontrolle über die produzierten Fische, sondern auch über deren Ausscheidungsprodukte. So verfügen moderne Kreislaufanlagen über verschiedene Komponenten, die sowohl feste als auch gelöste Ausscheidungsprodukte der Fische durch mechanische und biologische Verfahren aufbereiten und somit den Austrag umweltkritischer Nährstofffrachten in die Umwelt reduzieren. Die aufbereiteten Prozesswässer enthalten neben anderen Makro- und Mikronährstoffen das lebenswichtige Phosphat, welches sich potentiell in der integrierten Zucht von Fisch und Pflanze im selben Prozesswasser wiedernutzen ließe. Dem entgegen steht ein Ungleichgewicht der im Prozesswasser enthaltenen Makro- und Mikronährstoffe, welches ein optimales Pflanzenwachstum verhindert. Hier ist es u.a. möglich, durch selektive Nährstoffzugaben Defizite auszugleichen und das Nährstoffprofil für die Pflanzenproduktion zu optimieren. Neben dem Prozesswasser sind auch die festen Ausscheidungsprodukte der Fische reich an essenziellen Makro- und Mikronährstoffen, die mit oder ohne Aufbereitung für die Düngung von Pflanzen potentiell nutzbar sind. Auch in den Schlachtresten der Fische sind wesentliche Mengen von Makro- und Mikronährstoffen enthalten, wobei hier vor allem Phosphat zu nennen ist, welches zum größten Teil in den Knochen akkumuliert. Eine Wiedernutzung des in den Schlachtresten enthaltenen Phosphats ist nach Aufbereitung in der Tierernährung oder der Düngung von Pflanzen möglich.

Referent:
Herr Sebastian Strauch ist seit Juni 2015 am Leibniz-Wissenschafts-Campus Phosphorforschung Rostock tätig und schließt gerade seine Promotionsarbeit an der Professur für Aquakultur und Sea-Ranching ab. In seiner Doktorarbeit untersucht Herr Strauch die Stoffströme in geschlossenen Aquakultur-Kreislaufanlagen im Hinblick auf deren effiziente Wiedernutzung in integrierten Produktionsverfahren wie z.B. von Fisch und Pflanze, der Aquaponik. Zuvor studierte er Meeres- und Küstenmanagement am Van Hall Larenstein in Leeuwarden (Niederlande) und Aquakultur und Marines Ressourcen Management an der Wageningen University (Niederlande).

Veranstalter:
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät (AUF), Gesellschaft der Freunde und Förderer der AUF und Wissenschaftsverbund IuK