Forschung

360 von 28000 Fischarten, die uns heute bekannt sind, werden in Aquakulturen gehalten. Insgesamt werden derzeit 54 Mio. t Fisch bereitgestellt für die Ernährung großer Teile der Weltbevölkerung mit tierischem Protein. Diese Zahlen sind weiter steigend. Im Gegensatz zu den wenigen Säugetieren, die der Mensch schon seit Jahrtausenden in seiner Obhut und zu seinem Nutzen hält, befinden sich die meisten Aquakulturfischarten erst sehr kurz in anthropogenen Umwelten. Und von vielen dieser Spezies sind die biologischen Eigenheiten, molekularbiologische Phänomene oder das evolutiv erworbene Potential zur Anpassung an differente Umwelten nahezu unbekannt. Damit fehlen uns ebenso Kenntnisse zu tiergerechten Haltungsbedingungen und zum Leistungsvermögen von Aquakulturfischen. Die Domestizierung vieler Fischarten hat gerade erst begonnen.

Im Focus der Forschung der Professur steht deshalb die Aufklärung der genombiologischen, molekularen und zellulären Grundlagen der Anpassungsfähigkeit und der Immunantwort von Fischen in der Aquakultur. Wir identifizieren dazu Genome und Genomabschnitte ausgewählter Fischarten, wie z.B. der Regenbogenforelle, dem Atlantischen Lachs, dem Ostseeschnäpel, dem Zander und dem Afrikanischen Wels, und klären molekulare und funktionale Unterschiede in der Genregulation unter differenten Umweltbedingungen auf. Wir suchen hier nach den genetischen Ursachen für diese Unterschiede und identifizieren molekulare Indikatoren, die uns Auskunft über z.B. Haltungsstress, Immunstatus oder Gesundheitszustand der Tiere geben. Darauf basierend entwickeln wir einfache diagnostische Monitoringverfahren die in der praktischen Aquakultur anwendbar sind.

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