Start des Wintersemester 2025/2026 - Einführungstag für unsere angehenden Bauingenieure

Bei dem Brückenmodell handelt es sich um eine Schrägseilbrücke. Der horizontale Brückenträger wird bei diesem Brückentyp mit schrägen Seilen zu den vertikalen Pylonen hin aufgehängt. Die Pylone werden dann zu den Unterbauten, mit einem schrägen Seil rückverankert. Bei einer realen Brücke könnten diese Verankerungskräfte in den Baugrund abgeleitet werden. Da dies bei dem Modell nicht möglich war, wurden horizontale Zugbänder zwischen den Unterbauten gespannt. Auf diese Weise ist eine Kräftegleichgewicht zwischen den Zugkräften in den Schrägseilen und der Rückverankerung, den Druckkräften in den Pylonen und dem Brückenträger sowie den Zugkräften in den horizontale Zugbändern möglich. Dieses Kräftegleichgewicht besteht solange, bis die Materialfestigkeit von einem der Tragelemente überschritten ist. Foto: Paul Henke

Am Nachmittag des Einführungstages konnten die Studierenden spielerisch das Tragverhalten unterschiedlicher Brückenkonstruktionen kennenlernen. Nach einer kurzen Einführung zu unterschiedlichen Brückenvarianten, wo schon erste Fachbegriffe wie Spannweite, Schlankheit, Längsschnitt, Querschnitt, etc. kurz erklärt wurden, konnten aus folgenden Materialien Brückenmodelle gebaut werden:

  • Makkaroni und Spagetti
  • Marshmallow
  • Holzbausteine
  • Schnur
  • Klebeband
  • Bastelkarton

Die ca. 25 Studierenden teilten sich in sechs Gruppen auf. Jede Gruppe hat ein individuelles Tragwerk konzipiert und hergestellt. Nachdem die Brückenmodelle fertiggestellt waren, wurden die Modelle gewogen um den Materialeinsatz einzuschätzen. Im Anschluss wurde die Festigkeit in einem Prüfrahmen gemessen. Die Brückenmodelle waren zum Teil so stabil, dass die Messuhr des Prüfrahmens nicht ausreichte, um zu messen bei welcher Belastung die Brücke nachgibt. An dieser Stelle war dann Körpereinsatz gefragt. Von 500 N bis 900 N musste das Eigengewicht der Studierenden bei den Belastungsversuchen nachhelfen, um die Tragfähigkeit der Berücken zu testen.

Im Zuge der Test zeigte sich ein ganz unterschiedliches Verhalten der Brücken. Zum Beispiel versagten einige Brücken spröde. Andere Brücken versagten duktile mit einem bemerkenswerten Ankündigungsverhalten. Neben diesen für die Studierenden möglicherweise neuen Begriffen, konnten an dieser Stelle Begriffe wie „Grundzustand der Tragfähigkeit“ oder „Grundzustand der Gebrauchstauglichkeit“ ein erstes Mal in den Sprachgebrauch der Studierenden eingeführt werden.

Neben dem Bau der Brückenmodelle bestand für die schnellen Teilnehmer*innen die Möglichkeit mit einem Roboter ferngesteuert Schäden an einem Bauwerk zu erkunden. Das war natürlich sehr spannend.

Alle Teilnehmer*innen verfolgten die Messungen gespannt bis zum Schluss. Der Nachmittag war eine tolle Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen bei einer angenehmen Atmosphäre. Im Anschluss daran gab es dann die Möglichkeit, am Grillen auf dem Gelände der Uni teilzunehmen. Neben den genaschten Marshmallow konnte dann auch schon wieder geschaut werden, ob doch noch etwas vom Grill in den Magen passte. 😉

Wir wünschen auf jeden Fall allen angehenden Bauingenieuren einen tollen Semesterstart und hoffen, dass sie das neue Semester mit viel Motivation und Freude angehen.

Kontakt:
Universität Rostock
Fakultät für Agrar, Bau und Umwelt
Assistentin der Professuren Baustatik & Baudynamik sowie Massivbau
Daniela Beyer
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