Die Einflüsse kombinierter biotischer und abiotischer Stressfaktoren auf den Maisanbau werden in der DFG-Forschungsgruppe Multistress untersucht und müssen in zukunftsfähigen Pflanzenschutz-strategien berücksichtigt werden. Grafik: Mareike Köster, MultiStress FOR 6101, erstellt in BioRender.

Nachhaltiger Pflanzenschutz im Zeichen des Klimawandels
Prof. Dr. Ilka Vosteen

Inhalt:
Der Klimawandel stellt den Pflanzenschutz vor fundamentale Herausforderungen. Durch veränderte Umweltbedingungen treten neue Schaderreger auf und etablierte Befallsmuster verschieben sich. Gleichzeitig begünstigt anhaltender Trocken- und Hitzestress die Anfälligkeit der Kulturpflanzen. Großräumige Agrarflächen und extreme Witterung belasten zudem die natürlichen Gegenspieler, die zur natürlichen Regulation von Schädlingspopulationen beitragen. Da klassische chemische Pestizide zunehmend an Wirkverlusten durch Resistenzen leiden und die Biodiversität gefährden, ist ein Umdenken zwingend erforderlich. Ein nachhaltiger Pflanzenschutz muss diese dynamischen Ökosystemprozesse aktiv berücksichtigen. Die Antrittsvorlesung thematisiert diese kritischen Entwicklungen und stellt innovative Lösungsansätze vor. Dabei werden Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte wie die DFG-Forschungsgruppe „Multistress“ gegeben. Der thematische Schwerpunkt liegt auf dem sensiblen Beziehungsgefüge zwischen Umweltfaktoren, Schadinsekten und ihren biologischen Gegenspielern wie Räubern und Parasitoiden, um natürliche Regulationsmechanismen für die Praxis nutzbar zu machen.

Referent:
Prof. Dr. Ilka Vosteen ist seit August 2026 Professorin für Phytopathologie und nachhaltigem Pflanzenschutz an der Fakultät für Agrar. Bau und Umwelt der Universität Rostock. In ihren Forschungen beschäftigt sie sich vor allem mit den Einflüssen abiotischer Faktoren auf multitrophen Interaktionen zwischen Kulturpflanzen, Schadinsekten und deren natürlicher Gegenspieler.

Veranstaltungsort:
Hörsaal JLW8-HS1, Justus-von-Liebig-Weg 8, 18059 Rostock