vor 1942

Schon im 18. Jahrhundert wurden an der Universität Rostock landwirtschaftliche Forschungsthemen bearbeitet. Franz Christian Lorenz Karsten (1751-1829) hatte den Lehrstuhl für Ökonomie an der Philosophischen Fakultät inne und publizierte 1795 das Lehrbuch "Die ersten Gründe der Landwirtschaft, sofern sie in Deutschland und vorzüglich in Mecklenburg anwendbar ist."

1798

Gründung der Mecklenburgischen Landwirtschaftsgesellschaft

1830

Verleihung der Ehrendoktorwürde an Johann Heinrich von Thünen, der mit seinem 1826 erschienenen Buch "Der isolierte Staat in Beziehung auf Landwirtschaft und Nationalökonomie" die Basis für agrarökonomische Forschungen der Neuzeit legte.

Einrichtung der ersten ordentlichen Professur für Landwirtschaftslehre

Berufung von Eduard David Heinrich Becker (1792-1880) auf die ordentliche Professur für Ökonomie und Forstwissenschaft. Becker vertrat die Lehrgebiete in Pflanzenkultur, Feldmesskunde und Forstwirtschaft.

1830

Berufung von Armin Graf zur Lippe (1825-1899) auf die Professur Pflanzenbau

1875

Gründung der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Rostock

Durch die Fortschritte in der Chemie und das Wirken Justus-von-Liebigs (1803-1873) entwickelte sich auch in Rostock die Agrikulturchemie zu einem selbstständigen Lehrgebiet.

Reinhold Heinrich (1845-1917) wird auf die außerordentliche Professur für Agrikulturchemie und -physiologie berufen. Er übernimmt die Leitung der Landwirtschaftlichen Versuchsstation. Mit seiner erfolgreichen langjährigen Lehr- und Forschungstätigkeit wurden Grundlagen für die Lehrfächer Pflanzenernährung, Bodenkunde und Tierernährung gelegt. Darüber hinaus vertrat er bis 1909 Lehrgebiete wie Grundzüge des modernen Pflanzenbaus, Bodenuntersuchungen und Bodenkartierung, Bodenmelioration, Fütterung von Nutztieren sowie Krankheiten der landwirtschaftlichen Nutztiere und Nutzpflanzen. Bis zur Jahrhundertwende wurde die Lehre für Landwirte in der Regel nur von einem Professor vertreten.

1908

Franz Honcamp (1875-1934) wird zum Direktor der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Rostock ernannt.

1925

Berufung von Franz Honcamp auf die ordentliche Professur für Agrikulturchemie. Er übernimmt die Lehre in den Fächern Agrikulturchemie, Pflanzenernährung, Düngerlehre und Tierernährung.

Honcamp war zudem von 1928 bis 1930 Rektor der Universität Rostock.  Er bereitete in seiner langjährigen Tätigkeit als Hochschullehrer die Gründung der Landwirtschaftlichen Fakultät vor.

Neben der landwirtschaftlichen Versuchsstation wurden in den 30er und 40er Jahren weitere landwirtschaftliche Forschungsstätten aufgebaut:

  • Kaiser Wilhelm Institut für Tierzuchtforschung in Rostock-Dummerstorf, Leitung von Prof. Dr. Schmidt
  • Landestierseuchenamt, Leitung von Prof. Dr. Poppe
  • Institut für Siedlungswesen, Leitung von Prof. Dr. Niehaus
    Das Institut widmete sich vorrangig der Betreuung und Bearbeitung des wissenschaftlichen Nachlasses von Johann Heinrich von Thünen.