Programm Tierforschungsgebäude - Justus-von-Liebig-Weg 6b

Beschallen vom Ballen - Speakers Corner Agrar- und Umweltwissenschaft

Open Air vor dem Gebäude, 17.00 - 22.00 Uhr, alle 30 Minuten in Rotation

Ist durch Nitrate das Grundwasser in Gefahr, wie viel Stickstoff verträgt der Acker, lieben Sie einen Mutanten, Landwirtschaft ein Fluch oder Segen für die biologische Vielfalt oder wie entstand Humus und Bodenfruchbarkeit vor 2000 Jahren?

Diese und viele andere Fragen sinnige und unsinnige Fragen führen Sie mit kurzen Vorträgen erheiternd, erhellend, ernüchternd, erklärend in die Welt der Agrar- und Umweltwissenschaften. Wir geben Antworten und Meinungen zu Sachverhalten, die Ihnen täglich begegnen, zu Dingen mit denen Sie täglich zu tun haben, zu Fragen, die Sie noch nie zu stellen dachten.

Die 12-Minutenrufer: Prof. Dr. Konrad Miegel, Prof. Dr. Ralf Uptmoor, M- Sc. Sarah Trebing, Prof. Dr. Florian Jansen, Dr. Gerald Jurasinski und Prof. Dr. Peter Leinweber


Neues aus der Wissenschaft – Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung von Biogasanlagen mittels Ultraschall und kaltem Plasma – Emissionsreduktion in der Tierhaltung

Laborbesichtigung, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Biogas stellt die wichtigste und auch vielseitigste Form der Bioenergie aus der Landwirtschaft dar. Durch den heutigen Stand der Technik bietet die Produktion von Biogas, als eine Schlüsseltechnologie der erneuerbaren Energien für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum, trotz der energiepolitischen Lage immer noch ein hohes Potential. Die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock verfügt dazu über ein Biogasverfahrenslabor im neuen Labor- und Bürogebäude „Tierforschung“. Das Herzstück des Laborneubaus bildet ein hochmodernes und großzügig eingerichtetes Biogasverfahrenslabor. Dort werden verschiedenste Versuche durchgeführt, wie zum Beispiel: Aufbereitung von organischen Restsoffen durch chemo- und physikalische Verfahren, Biogas- und Methanerträge von Leguminosen im Mischfruchtanbau, Rest- und Nebenprodukten der landwirtschaftlichen Produktion, Biokohlen zur Reinigung von Gasen und Flüssigkeiten, Wasserlinsen und ihr Potential, Effizienzsteigerungen von Biogasanlagen durch Ultraschall und kaltem Plasma – Erfahrungen aus dem Biogas-Kooperationsnetzwerk des MRV eG./ MQD mbH, der LMS Agrarberatung/ LUFA Rostock mit der Universität Rostock der Professur Agrartechnologie und Verfahrenstechnik – Emissionsreduktion in der Tierhaltung durch angepasste Fußböden.

Den Besuchern werden anhand von verschiedenen Fragestellungen aus der landwirtschaftlichen Praxis die Notwendigkeit von Laborversuchen und Analysenmethoden sowie der mögliche Transfer der Ergebnisse in die Praxis verdeutlicht.

Betreuer: Dr. Jörg Burgstaler, Dr. Denny Wiedow, M.Sc. Katrin Schönherr, M.Sc. Tim Kuhlow, Dr. Bassel Ibrahim und Prof. Dr. Norbert Kanswohl - Professur Agrartechnologie und Verfahrenstechnik

Frau M.Sc. Katrin Schönherr erklärt den Besuchern die Funktionsweise eines innovativen Fußbodens für Rinderställe, Foto: privat
Plasmaentstehung durch gepulste Funkenentladungen im Wasser; Foto: Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP), 2019

Zellen aus Darm, Lunge, Haut - was können Zellkulturen leisten?

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Wie geht die Lunge mit Feinstaub um? Was passiert im Darm, wenn fremde Stoffe aufgenommen werden? Wie gelangen Wirkstoffe vom Darm ins Blut? Welche Creme nützt der Haut? Dies sind Fragestellungen, die bereits seit vielen Jahrzehnten mittels Zellkulturmodellen erforscht werden. Im Bereich der Tiergesundheit werden mehrere unterschiedliche Zellkulturmodelle eingesetzt, um Forschungsfragen hinsichtlich transportphysiologischer Prozesse, Toxizitätsprüfungen und Screening Tests durchzuführen. Dabei werden für diese Untersuchungen in Abhängigkeit der Tierart und der Fragestellung Zellkulturen als Modell für die Lunge, die Haut oder den Intestinaltrakt genutzt. Mit den Zellkulturen werden die entsprechenden Untersuchungen durchgeführt und anhand mehrerer Methoden die Ergebnisse gewonnen und dargestellt. Es werden verschiedene Zellkulturen gezeigt und diese können unter dem Mikroskop beobachtet und beschrieben werden.

Betreuer: Dr. Mandy Bruch und Martin Andersen - Professur Tiergesundheit und Tierschutz

Darmzotten vom Ileum mit angefärbten Aktinfasern
Darmzotten vom Ileum mit angefärbten Zellkernen
IPEC-J2 Zellen mit angefärbten Zellkern und Aktinfasern, Fotos: Dr. Mandy Bruch

Forschungsprojekt PROSPER-RO

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Was kann man planen?; Bearbeitung: J. Schilling

Die Entwicklung von großen Städten und ihrem Umland ist zunehmend zur Kernfrage für die Zukunftsfähigkeit von Regionen geworden. Dies gilt umso mehr für Regiopolen, welche außerhalb der großen Wirtschaftsregionen in Gebieten mit eher agrarisch geprägtem Umland liegen. Gerade diese müssen zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts attraktive Bedingungen für Gewerbe und Lebensqualität bieten und als Motor für wirtschaftliche und sozio-ökonomische Entwicklung weit in das Umland ausstrahlen. Gleichzeitig bieten diese Regionen aber gerade noch eine besonders hohe Ausstattung mit naturnahen Kulturlandschaften mit starken Ökosystemleistungen für Umwelt und Gesellschaft.

Welchen Wert bietet der Erhalt dieser naturnaher Landschaften? Wie lassen sich sozio-ökonomische und ökologische Interessen in Städten und ihrem Umland ausgleichen? Das BMBF-geförderte Projekt PROSPER-RO forscht an Planungswerkzeugen mit Mitteln der Geoinformatik.

Betreuer: M.Sc. Jannik Schilling - Wasserwirtschaft


Optimierung der Stoffkreisläufe in der Landwirtschaft

Schema der Stoffkreisläufe; Quelle: Professur Wasserwirtschaft

Ziel dieses Vorhabens ist die integrierte Entwicklung eines wirtschaftlichen Verfahrens zur Trennung der Fraktionen organische Substanz, Phosphor und Stickstoff aus landwirtschaftlich anfallenden Reststoffen wie Gülle. Die Gülle soll bereits auf der Ebene des Landwirtschaftsbetriebes recycelt werden. Das Verfahren soll sich durch Einfachheit, Robustheit und die Produktion von direkt verwertbaren Produkten auszeichnen. Neben ackerbaulich nutzbaren Düngern soll auch die Möglichkeit eines Einsatzes der Produkte in der Tierernährung geprüft werden.

Betreuer: Dr. Simone Tränckner und M.Sc. Michael Cramer - Wasserwirtschaft


Arzneimitteleinträge in die Umwelt

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Quelle: www.morpheus-project.eu

Wie hoch ist eigentlich die Belastung der südlichen Ostsee durch Arzneimitteleinträge und was können wir dagegen tun?

Im EU-Projekt MORPHEUS wurden die Einnahmemengen von Tabletten aus den Küstenregionen Skåne (Schweden), Mecklenburg (Deutschland), Klaipeda (Litauen) und Pommern (Polen) analysiert. Welche und wie viele Arzneimittelrückstände gelangen ins Ostseewasser? Welche Auswirkung haben diese Arzneimittelrückstände? Mit welchen Technologie können die Arzneimittel in Kläranlagen besser entfernt werden? Das Projekt trägt zur Verbesserung der Wasserqualität in der südlichen Ostsee bei.

Betreuerin: M.Sc. Alena Kaiser - Professur Wasserwirtschaft


Tabak das Multitalent

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Foto: Professur BT

Tabak ist mit einem Biomasseertrag von 150 t Blattfrischmasse und 3 t Samen pro Jahr und Hektar eine unterschätzte Nutzpflanze. Die faserreichen Blätter können für die Papierherstellung und die Samen, auf Grund ihres Ölgehalts von 45%, für die Biodieselproduktion genutzt werden. 2016 flog erstmals ein Passagierflugzeug allein mit Flugbenzin aus Tabaköl. Da Tabak recht anspruchslos ist, kann er auf Böden angebaut werden, auf denen andere Nutzpflanzen nicht mehr wachsen und steht deshalb nicht in Konkurrenz mit diesen.
Das Potenzial von Tabak kann mit Hilfe neuer biotechnologischer Verfahren deutlich erweitert werden. So ist es durch diese Methoden möglich, die Nikotinsynthese zu unterbinden, sodass die Blätter und Samen - mit einem Proteingehalt von 8% und 25% - als Futtermittel eingesetzt werden könnten. Darüber hinaus kann man das Aminosäureprofil der Pflanzen an die Anforderungen der Nutztiere anpassen, um die Tiergesundheit zu verbessern.
Neben gezielten Mutationen können der Pflanze mit biotechnologischen Methoden auch ganz neue Eigenschaften verliehen werden. So befasst sich unsere Arbeitsgruppe mit der Herstellung von Medikamenten und einem Biopolymer in Tabak. Unser Polymer besteht nur aus Eiweißbestandteilen die einfach biologisch abbaubar sind und sogar den Nährwert der Pflanze erhöhen, aber es kann für unterschiedlichste Anwendungen genutzt werden. Neben dem Ersatz Erdöl basierter Kunststoffe oder der Beschichtung von Oberflächen kann es z.B. auch zur Verbesserung von Futtermitteln eingesetzt werden. Durch die Produktion des Polymers in Tabakblättern entsteht ein zusätzlicher Wertstoff ohne das weitere Flächen, Betriebsmittel oder Dünger eingesetzt werden müssen. Die an der Uni Rostock entwickelten Pflanzen produzieren bis zu 10% ihrer Trockenmasse von diesem Polymer ohne wesentlich beeinträchtigt zu sei. Nachhaltige Ansätze für seine Verwendung werden zurzeit im Rahmen eines ERA-Net Projekts mit internationalen Partnern untersucht. An Hand des Tabaks möchten wir aktuelle Züchtungsverfahren näher vorstellen und Potenziale und Risiken dieser Technik diskutieren.

Betreuer: Dr. Jana Huckauf, Prof. Dr. Inge Broer, M.Sc. Sarah Trebing und Parvaneh Ghasemian - Professur Agrobiotechnologie


Neueste Methoden zur Charakterisierung des Rindergenoms

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Nicht nur beim Menschen, sondern auch bei den in der Landwirtschaft gehaltenen Tieren wird Genomforschung oft in großen Forschungskonsortien betrieben. Einzelinstitute können die gewaltigen Informationsmengen, die für die Erforschung der Funktion der Erbsubstanz einer Spezies erforderlich ist, nicht leisten. Weltweit haben sich daher Wissenschaftler zusammengeschlossen, um zu erforschen, welche Bereiche der Erbsubstanz eine bestimmte Funktion haben. Wir koordinieren dabei ein großes Netzwerkprojekt, das von der EU gefördert wird und die Forschung beim Rind bündelt. Dass das nicht nur trockenene Wissenschaft bleiben muß, sondern dann auch zu ganz spannenden Erkenntnissen führen kann, zeigen wir anhand der Aufklärung eines Erbdefektes. Sie können bei uns die Knochen eines Bullen mit nur sechs Halswirbeln bestaunen: seit 200 Millionen Jahren haben Säugetiere, egal ob Maus oder Giraffe immer sieben dieser Wirbel. Individuen mit abweichenden Zahlen haben (bis auf unseren Fall beim Rind) nicht überlebt. Mit unserer Forschung konnten wir die genetische Grundlage für den Erbdefekt, der zu sechs Halswirbeln führte, aufklären und auch gleich dafür sorgen, dass der Defekt komplett wieder aus der Rinderpopulation elimiert wurde.

Betreuer: Prof. Dr. Christa Kühn, Dr. Doreen Becker, Frau Dr. Rosemarie Weikard, Dr. Norbert Borowy - Leibniz-Institut für Nutztierbiologie, Dummerstorf

Foto: FBN

Vorstellung fischereibiologischer Methoden zur Erfassung der Fischbestände in den Binnen- und Küstengewässern von M-V

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Eine wichtige Voraussetzung für die Gestaltung effektiver Managementmaßnahmen sind Kenntnisse zur Bestandssituation von fischereilich genutzten Fischarten sowie die Beurteilung deren Lebensbedingungen in den jeweiligen Gewässern. Auf Landesebene M-V übernimmt das Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M-V die Bearbeitung solcher praxisrelevanten Forschungsfragen im Binnen- und Küstenbereich, die letztlich die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung von Fischbeständen bilden. Vor diesem Hintergrund finden aktuell für verschiedene Fischarten, wie bspw. dem Aal oder der Großen Maräne, Drittmittel finanzierte Forschungsarbeiten am Institut für Fischerei statt. Hierbei kommen zahlreiche Methoden zum Einsatz. Für die Erstellung von Langzeitdatenreihen werden bspw. Reusen oder spezielle Fangsysteme standardisiert eingesetzt. Mittels solcher Datenreihen kann die Entwicklung eines Fischbestands nachvollzogen werden. Um der Frage nachzugehen, welche Fischarten in einem See vorkommen, wird aktuell die e-DNA Technik an unserem Institut etabliert. Weiterhin wird die Lebensraumqualität mit Hilfe von Sonartechnik oder Unterwasservideotechnik untersucht. Das Zusammenführen dieser Daten erlaubt es, Managementempfehlungen für verschiedene Fischarten abzuleiten und eine nachhaltige Bewirtschaftung sicherzustellen. Den Besuchern unseres Standes möchten wir unsere angewendeten fischereibiologischen Untersuchungsmethoden sowie ausgewählte Ergebnisse präsentieren.

Betreuer: Dr. Malte Dorow, Dr. Jens Frankowski, Josef Hrabowski und Steffen Schulz - Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei M-V – Institut für Fischerei

Untersuchungsmaterial und -technik für die Erfassung von Fischbeständen, Fotos: LFA


Vermifiltration und -kompostierung, innovative Verfahren zur Nutzbarmachung von Reststoffen aus der Kreislaufaquakultur

17:00 – 22:00 Uhr, laufend

Kompostwürmer bei der Arbeit im Vermifilter; Foto: M.Sc. Jan Klein

Für die Entwicklung einer ökologisch nachhaltigen Tierproduktion der Zukunft,  ist die Behandlung bzw. die sinnvolle Nutzung der Ausscheidungsprodukte ein wichtiger Aspekt. Bei der Produktion von terrestrischen Nutztieren, wird die Gülle in der Regel auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zum Zwecke der Düngung ausgetragen. Der Anteil des Stickstoffes, welcher nicht von den Pflanzen aufgenommen, oder im Boden abgebaut wird, landet im Grundwasser. Bei rund einem Fünftel des deutschen Grundwassers wird der aktuell geltende Schwellenwert für Nitrat überschritten. Im Kontext der Aquakultur, ist die sogenannte Aquaponik ein vielversprechendes Verfahren, um die Nährstoffe im System zu recyceln.  Hierbei wird das Prozesswasser aus der Fischhaltung Nutzpflanzen zugeführt, welche daraus Nährstoffe aufnehmen und so das Wasser für die Fische reinigen. Die ebenso anfallenden Sedimente und Schlämme in einem solchen Kreislaufaquakultursystem bleiben bis dato weitestgehend ungenutzt. Eine Möglichkeit die anfallenden Sedimente in eine Ressource umzuwandeln bietet die sog. Vermifiltration oder die Vermikompostierung. Dies bezeichnet ein aerobes Verfahren unter Zuhilfenahme von Mistwürmern und Mikroorganismen, welche das Schlammvolumen reduzieren, das Prozesswasser reinigen, gebundene Nährstoffe mineralisieren und damit wieder pflanzenverfügbar machen. Des Weiteren lässt sich in Zukunft darüber nachdenken das hochwertige Wurmprotein als (anteiliges) Substitut für das Fischmehl im Futter zu nutzen. Da im Gegensatz zu den für das Fischmehl genutzten Fischen, die Würmer nicht direkt für die menschliche Ernährung vorgesehen sind, entspräche dies einem Proteinzugewinn für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung.

Die Professur Abfall- und Stoffstromwirtschaft widmet sich im Rahmen des Projektes Welsaquakultur in MV (Unterprojekt Reststoffverwertung) u.a. der Erforschung dieses Verfahrens. Für die lange Nacht der Wissenschaften wird im Fischglashaus der AUF eine Modellanlage vorgestellt. Hier soll praxisnah veranschaulicht werden, wie ein solches System funktioniert und welchen Mehrwert es für die Aquakultur/Aquaponik haben könnte.

Betreuer: M.Sc. Jan Klein - Abfall- und Stoffstromwirtschaft


Hungrige Pflanzen

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Phosphormangel bei Mais, Foto: Dr. Mareike Kavka

Neben Licht und Wasser brauchen Pflanzen Nährstoffe. Um ein optimales Wachstum und gute Erträge zu gewährleisten, muss der Landwirt vereinfacht ausgedrückt dem Boden die Nährstoffe zuführen, die über das Erntegut das Feld verlassen haben. Oft hören oder lesen wir von Überdüngung, aber manchmal gibt es auch Nährstoffmangel. Dieser kann z.B. falsches Düngemanagement als Ursache haben oder auch dadurch hervorgerufen werden, dass bestimmte Nährstoffe zwar im Boden vorhanden aber in komplexeren Verbindungen festgelegt und somit für die Pflanze nicht verfügbar sind.

Bei uns können Sie Mangelsymptome an Nutzpflanzen entdecken, Düngemöglichkeiten im Agrarbereich kennenlernen und Ihr neu erworbenes Wissen in einem Quiz unter Beweis stellen.

Betreuer: Prof. Ralf Uptmoor, Prof. Bettina Eichler-Löbermann, Dr. Mareike Kavka, M.Sc. Sarah Schönberger, Christina Lange, Yue Hu, Marcel Ackermann, Brigitte Claus - Professur Pflanzenbau


Forschung im Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Der Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock (P-Campus) ist ein interdisziplinär forschender Zusammenschluss von Wissenschaftlern aus 5 Leibniz-Instituten und der Universität Rostock. Hier wird untersucht, welche Wege Phosphor (P) in der Umwelt nimmt, wie sich dabei die Bindungsformen und die Bioverfügbarkeit verändern und wie P vor allem in der Landwirtschaft effizienter genutzt, aber auch recycelt werden kann. Außerdem wird das Verhalten von P-Verbindungen auf molekularer Ebene in den pflanzlichen und tierischen Zellen untersucht. Die dabei gewonnen neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse werden auch den geltenden rechtlichen Bestimmungen mit Bezug zur Umwelt gegenübergestellt, bewertet und Vorschläge zur Anpassung des geltenden Umweltrechts erarbeitet.

Alle Interessierten sind recht herzlich eingeladen, sich am Stand über die einzelnen P-Forschungsthemen zu informieren. Wir präsentieren z.B. welche Wege P in der Umwelt nimmt und wie er in die Ostsee gelangt, welche Rolle große und kleine Lebewesen im Zusammenspiel mit P für die Eutrophierung der Ostsee spielen sowie die P-Verfügbarkeit im Boden spielen, aber auch wie P in der Lebensmittelproduktion nachhaltiger genutzt werden könnten.

Betreuung: Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock


Seegras, Klärschlamm und Energie - die Professur Abfall- und Stoffstromwirtschaft stellt sich vor -

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

angespültes Seegras am Strand von Pepelow; Foto: M.Sc. Sebastian Foth

Die Vielfalt der Abfall- und Stoffstromwirtschaft wird häufig unterschätzt. Ziel der Professur ist neben der Optimierung von stofflichen und energetischen Prozessketten, die Schonung natürlicher Ressourcen. Während der LNdW werden nationale und internationale Projekte vorgestellt.

Beispielsweise wird durch Herrn Thabit ein Hybridsystem aus Müllverbrennung und Solarthermie für die MENA-Region ( Middle East & North Africa ) vorgestellt. Mit dem entwickelten System besteht die Möglichkeit, elektrische Energie zu erzeugen und zusätzlich Wasser zu entsalzen, was von hoher Bedeutung für die Region ist.

Im Rahmen des Projektes „COASTAL Biogas“, vorgestellt von Herrn Foth, wird ein Konzept zum Management von angespülter Biomasse entwickelt, dass sowohl die Art und Weise der „Ernte“, als auch die Anforderungen an Logistik und Infrastruktur berücksichtigt. Ziel des Projektes ist es, betroffene Kommunen durch die Etablierung einer Wertschöpfungskette aus dem frei verfügbareren Rohstoff Seegras bei der Strandreinigung finanziell zu entlasten sowie der Eutrophierung der heimischen Küstengewässer entgegenzuwirken.

Herr Ekanthalu befasst sich mit der fachgerechten Entsorgung von Klärschlamm. Hauptschwerpunkt seiner Promotionsarbeit ist dabei die Untersuchung des Einflusses des pH-Wertes während des HTC-Prozesses auf die Auswaschung von Nährstoffen und Schwermetallen im Prozesswasser von Kläranlagen. Im Rahmen der LNdW will Herr Ekanthalu erste Ergebnisse präsentieren und die Herausforderungen dem interessierten Publikum erläutern.

Betreuer: M.Sc. Jan Sprafke, M.Sc. Sebastian Foth, M.Sc.Vicky Shettigondahalli Ekanthalu und M.Sc. Qahtan Thabit - Professur Abfall- und Stoffstromwirtschaft


Kann die Natur das Klima retten? Eine Bestandsaufnahme für Rostock

Foto: Dr. Gerald Jurasinski

Bäume speichern Kohlenstoff, trocken gelegte Moore emittieren Kohlendioxid. Wie können wir Land klimaverträglich nutzen? Welchen Beitrag können unsere Ökosysteme leisten, um den Klimawandel aufzuhalten? Wir zeigen, wie sich Wald- und Moorflächen auf die Klimabilanz von Rostock auswirken und stellen langjährige Messreihen zum Hüttelmoor bei Markgrafenheide vor.

Interessierte können selbst den Klimabeitrag von Landflächen in Rostock ausrechnen und lernen dabei die Beiträge der einzelnen Flächennutzungen kenne. Auch für Kinder und Jugendliche geignet.

Betreuer: Dr. Franziska Koebsch und Dr. Gerald Jurasinski - Landschaftsökologie und Standortkunde


Hochwasserrisikobewertung am Beispiel der Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Darstellung der potentiell betroffenen Überflutungsregionen in Rostock, Karte: Professur Wasserwirtschaft

Fließgewässer sind die Vorfluter der urbanen Kanalnetzte. Sie und ihre Einzugsgebiete stehen in enger Wechselwirkung zueinander. Durch Verschneidung der potentiellen Überflutungsfläche mit dem landnutzungsbedingten Schutzniveau wurde am Beispiel von Rostock eine Hochwasserrisikobewertung vorgenommen.

Betreuerin: M.Sc. Frauke Kacholz - Wasserwirtschaft


Austausch zwischen Meer und Land an Flachküsten - das DFG-Graduiertenkolleg Baltic TRANSCOAST

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Baltic TRANSCOAST erforscht den Austausch der an Flachküsten zwischen Ostsee und angrenzenden Feuchtgebieten stattfindet. Hier könnt ihr sehen welche Tiere im Flachwasser leben, riesige Bakterien und winzige Algen unter dem Mikroskop sehen, staunen wie Würmer den Meeresboden mit Sauerstoff versorgen, erfahren wie Wissenschaftler das Porenwasser in Bodenproben untersuchen und die Bedeutung von Mooren als CO2-Speicher entdecken. Das Besondere? Zusammenarbeit! Angehende Wissenschaftler verschiedener naturwissenschaftlicher Fachrichtungen forschen gemeinsam, wie es sonst selten der Fall ist. Sie wollen verstehen, wie Meer und Moor, See und Land zusammenwirken, und welchen Veränderungen dies unterworfen ist. Forschungstaucher nehmen Proben und erkunden die Unterwasserlandschaft. Mit Bohrgeräten werden an Land „Bohrkerne“ gezogen und „Brunnen“ zur Probennahme angelegt. Am Austausch zwischen Meer und Moor sind viele Organsimen beteiligt. Mikroskopisch kleine Algen, erstaunlich hübscher Formen, besiedeln den Boden und verhindern, dass Stoffe vom Untergrund ins Meer gelangen oder umgekehrt. Würmer und Muscheln helfen beim Transport am Meeresboden und erleichtern so manches. Sichtbar große Algen können als Anzeiger dafür dienen, wie sich der Salzgehalt ändert. Und der Salzgehalt ändert sich hier deutlich, insbesondere, wenn Deiche rückgebaut und angrenzende Landflächen wiedervernässt werden.

Betreuung: DFG - Graduiertenkolleg Baltic TRANSCOAST

Bild 1: Forschungstaucher bei Messungen in der Ostsee; Quelle: GRK Baltic TRANSCOAST, Universität Rostock
Bild 2: Schalenfoto einer Diatomee; Quelle: Kana Kuriyama, 2017
Bild 3: Beobachtung der Sauerstoffdynamik im Sediment beeinflusst durch grabende Würmer; Quelle: Werna Werna


Vielfalt auf den Äckern – Was alte und neue Kulturpflanzen können, Beispiele aus der Pflanzenforschung

Foyer, Informationsstand, 17.00 - 22.00 Uhr, laufend

Das Institut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen des JKI (Julius Kühn-Institut) befindet sich in der Nähe von Rostock in Groß Lüsewitz bei Sanitz. Unsere Forschung beschäftigt sich damit, Potenziale in der Vielfalt pflanzengenetischer Ressourcen zu ermitteln, die Genetik wertvoller Eigenschaften zu erforschen und durch Anwendung aktueller Methoden für die Pflanzenzüchtung nutzbar zu machen. Wir können so auch zu einer nachhaltigen Bioökonomie beitragen und die Kulturartenvielfalt bereichern, in dem wir auch Kulturpflanzen erforschen, deren Potenziale noch nicht voll ausgeschöpft sind.

Betreuer: Dr. Brigitte Ruge-Wehling, Helge Flüß, Florian Haase, Peter Hempel - Julius Kühn-Institut, Institut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen

Bild 1: Gelbe Lupine im Feld
Bild 2: Resistenztest mit Anthraknose an Gelber Lupine, links: anfällig, rechts: resistent
Bild 3: Kautschuk in Wurzel des Russischen Löwenzahns (alle Bilder: JKI)