18.01.2021

Kartoffelpflanzen auf einem Dauerfeldversuch zur Phosphordüngung sowie im Gewächshaus mit und ohne Phosphormangel, Fotos: Mareike Kavka

Nachhaltiger Umgang mit der endlichen Ressource P durch effiziente Kulturpflanzen
Dr. Mareike Kavka

Inhalt:
Statt den „Stein der Weisen“ hat Henning Brand vor rund 350 Jahren den „Stein des Lichts“, den Phosphor, entdeckt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Düngepotential von Phosphor erkannt und genutzt, heute führt die Austragung von Phosphor von landwirtschaftlichen Flächen zur Eutrophierung von Gewässern wie der Ostsee. Durch die immer knapper werdende Ressource kann es in Zukunft zu geopolitischen Problemen kommen.

Managementmaßnahmen zum effizienten Umgang mit Phosphor in der Landwirtschaft sind z.B. die Nutzung von Düngemitteln aus biogenen Reststoffen, sowie die Förderung von Mikroorganismen im Boden zur Mobilisierung von Phosphor. Aber es gibt auch züchterische Möglichkeiten, die Phosphoreffizienz von Nutzpflanzen zu erhöhen. Pflanzen haben Strategien entwickelt, um auch mit wenig Phosphat im Boden auszukommen: Eine Erhöhung der Aufnahme- und Aneignungskapazität wird mit gerichtetem Wurzelwachstum, Ausschüttung von Enzymen und organischen Säuren sowie erhöhter Leistung von Phosphattransportern erreicht. Für eine effizientere Nutzung des aufgenommenen Phosphors werden phosphorbenötigende Stoffwechselwege umgangen und Phosphor wird innerhalb der Pflanze recycelt.

Im Vortrag werden Untersuchungen zur Phosphoreffizienz verschiedener Nutzpflanzen in Gewächshausexperimenten und in Einzel- und Mischanbau in Abhängigkeit vom Phosphordüngungsmanagement in Dauerfeldversuchen vorgestellt.

Referentin:
Dr. Mareike Kavka ist seit Ende 2016 an der Professur für Pflanzenbau der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock beschäftigt. Forschungsschwerpunkte der Professur sind abiotische Stresstoleranz, alternative Anbausysteme und nachhaltige Düngestrategien. Ein Fokus liegt hier auf Fragestellungen zur Regulation der Phosphoreffizienz auf physiologischer und genetischer Ebene.

Die Veranstaltung findet online statt.