Kamerun 2025: Sub-Sahara Exkursion

Zur Vertiefung der Süd-Süd-Partnerschaft besuchten Wissenschaftler der äthiopischen Universität Hawassa vom 24. August bis zum 3. September 2025 die Universität Buea in Kamerun. Im Mittelpunkt stand der fachliche Dialog über die Förderung wenig genutzter Pflanzenarten in verschiedenen ökologischen Zonen beider Länder. Diese Form der direkten Kooperation zwischen afrikanischen Forschungseinrichtungen ist für die Entwicklung regional angepasster landwirtschaftlicher Lösungen von hoher Relevanz.

Feldstudien in Mbandjock und Akonolinga

Eine Cashew-Pflanze auf der Plantage in Akonolinga
Cashew-Plantage in Akonolinga (50 ha)

Das Projektteam der Universität Buea koordinierte die Exkursion, die zunächst zu zentralen Feldstandorten führte. Am 26. August 2025 wurde der Standort Mbandjock besichtigt, gefolgt von einem zweitägigen Aufenthalt in Akonolinga am 27. und 28. August. Dort ließ sich die praktische Skalierung der Forschungsergebnisse beobachten: Angrenzend an das UnderPlaNet-Feldlabor wurde eine 50 Hektar große Plantage mit Anacardium (Cashew) etabliert. Die dortigen Feldlabore dienen als Impulsgeber für die Region und verdeutlichen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Praxis überführt werden können. 

Für die Partnerschaft zwischen Hawassa und Buea bietet dieser Standort wichtige Daten zur Vergleichbarkeit von Anbausystemen in Sub-Sahara-Afrika.

Ökologische Diversität in der Küstenregion Kameruns

Ein weiterer Teil der Exkursion führte die Delegation am 31. August 2025 nach Limbe und Idenau. Der Besuch dieser Küstenregionen ermöglichte es den Wissenschaftlern der Universität Hawassa, die spezifischen agrarökologischen Herausforderungen kamerunischer Küstengebiete kennenzulernen. 

Der Vergleich mit den ökologischen Gegebenheiten in Äthiopien fördert ein differenziertes Verständnis für standortgerechte Landwirtschaft und bildet die Grundlage für einen fundierten Wissenstransfer innerhalb der Süd-Süd-Kooperation.

Eine Gruppe von Männern steht in einem Feld. Einer macht ein Selfie.
Besuch des Exkursionsteams in Limbe

Wissenschaftlicher Diskurs und Vernetzung

Eine Gruppe von Menschen vor einem hellen Gebäude, über ihnen ein Banner zum Projekt UnderPlanet
Eröffnung des UnderPlanet-Seminars an der RhizoLab Universität in Buea

Den fachlichen Abschluss bildete ein Seminartag am 2. September 2025 im RhizoLab der Universität Buea. In diesem Rahmen präsentierten die Gäste der Universität Hawassa gemeinsam mit den kamerunischen Gastgebern ihre Forschungsergebnisse. 

Ein wesentlicher Aspekt war die komparative Analyse der Feldlabore in Äthiopien und Kamerun, wobei sowohl Übereinstimmungen als auch standortspezifische Differenzen herausgearbeitet wurden. An der Veranstaltung nahmen neben der Fakultätsleitung zahlreiche Professoren, Dozenten sowie Doktoranden und Masterstudierende teil. Diese Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses beider Institutionen sichert die langfristige Stabilität des Netzwerks und fördert zukünftige Kooperationen.

Bedeutung der Partnerschaft

Die Verknüpfung der Feldstudien mit dem akademischen Diskurs unterstreicht die Relevanz der Zusammenarbeit zwischen der Universität Hawassa und der Universität Buea. Diese Süd-Süd-Partnerschaft ermöglicht eine effiziente Bündelung von Ressourcen und Expertise, um die Biodiversität zu schützen und landwirtschaftliche Innovationen in den jeweiligen Partnerländern nachhaltig zu verankern. Der direkte Austausch zwischen den Institutionen des Globalen Südens trägt so maßgeblich zur regionalen Ernährungssicherung bei.