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Von der Ostsee ans Mittelmeer: Workshop „3 DAYS BY THE WATER" in Alexandria

Rostock liegt an der Ostsee, Alexandria am Mittelmeer. Zwei Hafenstädte, die mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick denkt.

Im September haben wir das vor Ort herausgefunden. Drei Tage lang waren wir im Rahmen des „3 DAYS BY THE WATER"-Workshops als Lehrstuhl der Universität Rostock, mit Studierenden und Kolleginnen und Kollegen der Alexandria University und der Universität Kassel unterwegs, um über eine Frage zu sprechen, die beide Städte beschäftigt: Wie entwickelt sich eine Stadt am Wasser?
In Alexandria ist die Antwort gerade besonders spannend. Die Stadt bringt fast alles mit, was man sich wünschen kann. Eine lange Geschichte, einen großen Hafen und eine Lage am Wasser, wo viele Ägypterinnen und Ägypter ihren Urlaub verbringen. Und doch merkt man schnell, wo es hakt.

Wer sich durch Alexandria bewegen will, braucht vor allem Geduld. Die Stadt ist ganz aufs Auto ausgerichtet, Busse und Bahnen sind kaum eine Alternative, und Radwege sucht man vergeblich. An den Rändern wächst die Stadt so schnell, dass die Planung kaum hinterherkommt. Und zwischen gepflegten privaten Anlagen und öffentlichen Plätzen, für die sich niemand so richtig zuständig fühlt, liegen manchmal nur ein paar Meter.

Einen ganz anderen Blick hatten wir am Burullus-See im Nildelta. Dort ging es nicht um die Metropole, sondern um Dörfer, um den Alltag der Menschen und um die Frage, ob Kunstprojekte einem Ort neue Wege eröffnen können.

Zum Abschluss ging es für einige von uns noch nach Kairo. Eine Megastadt, die einen schlicht überrollt, so dicht und schnell ist sie. Zurück in Rostock bleibt vor allem eine Erkenntnis: Wie wir uns bewegen, wie Städte wachsen und wem der öffentliche Raum gehört, darüber wird in Alexandria genauso verhandelt wie hier. Nur in einem ganz anderen Tempo.

Um diese Fragen gemeinsam zu beantworten, arbeiten wir in den kommenden Jahren mit der Universität Alexandria und der Universität Kassel in Lehre und Forschung zusammen.

Medien: © 2026 CT Lab, Faculty of Fine Arts – Alexandria University | Photos by Malak Harb & Mariam Sherif


Wir sind jetzt auf Instagram und LinkedIn

Ab sofort teilen wir unsere Arbeit auch auf Social Media. Auf beiden Kanälen zeigen wir, woran wir gerade forschen, geben Einblicke in Lehre und Projekte und weisen auf Veranstaltungen hin, die für den Bereich Städtebau und Mobilität relevant sind. Dazu kommen Beobachtungen aus Rostock und aus anderen Städten, die vor ähnlichen Fragen stehen. Wir freuen uns über Austausch, Fragen und Anregungen.

Instagram: nsmunirostock
LinkedIn: Lehrstuhl Nachhaltiger Städtebau & Mobilität


Wohnen im Wandel: Zentrale Erkenntnisse und internationale Trends aus dem WUF13 (World Urban Forum)

Das WUF bietet eine hervorragende Gelegenheit, Fachleute aus aller Welt zu treffen, aktuelle städtische Herausforderungen zu diskutieren und über die globalen Probleme nachzudenken, mit denen unsere Städte konfrontiert sind. Durch die Teilnahme an verschiedenen Sitzungen und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus Lateinamerika, der MENA-Region, Afrika, Asien, Nordamerika und Europa konnten die folgenden übergreifenden wohnungsbezogenen Themen identifiziert werden:

a. Der Wandel von quantitativen zu qualitativen Wohnungsfragen

Weltweit verlagert sich der Fokus zunehmend von quantitativen zu qualitativen Herausforderungen im Wohnungswesen. In den vergangenen Jahrzehnten standen vor allem Fragen im Mittelpunkt wie: Wie viele Wohneinheiten müssen gebaut werden? Wie können diese durch Massenproduktion bereitgestellt werden? Heute richtet sich die Aufmerksamkeit jedoch verstärkt auf Fragen wie: Wie kann die Lebensqualität durch Wohnen verbessert werden? Welche qualitativen Aspekte des Wohnens sollten priorisiert werden?

Während diese Fragen in einigen Kontexten – insbesondere in der westlichen Welt – bereits seit längerer Zeit diskutiert werden, findet der bemerkenswerte Wandel vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern statt, wo solche Themen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur veränderte Vorstellungen verschiedener Generationen über Städte und Siedlungen wider, sondern auch die wachsende Relevanz neuer globaler Themen wie psychische Gesundheit und Wohlbefinden im urbanen Raum.

b. Das Aufkommen von Investitionen in den „Living“-Sektor

Im Zuge dieses Wandels entsteht ein neuer Trend im Bereich städtischer Investitionen: Investitionen in den sogenannten „Living“-Sektor. Anstatt sich ausschließlich auf klassische Immobilien- und Infrastrukturinvestitionen zu konzentrieren, betrachtet dieser Ansatz Wohnen als hochwertigen Lebensraum. Der private Sektor investiert zunehmend in innovative Wohnmodelle, die auf globale demografische Veränderungen reagieren, darunter die Alterung der Bevölkerung, neue Familienstrukturen und Migration. Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung eines umfassenden Wohnerlebnisses und nicht lediglich die Errichtung von Wohngebäuden.

c. Die Bedeutung langfristiger urbaner Leitbilder

In vielen Sitzungen wurde betont, dass Wohnungspolitiken und -strategien trotz unterschiedlicher lokaler Rahmenbedingungen häufig gemeinsame Merkmale aufweisen. Städte mit erfolgreichen Entwicklungsverläufen haben oftmals einen entscheidenden Faktor gemeinsam: Sie verlassen sich nicht ausschließlich auf einzelne innovative Projekte oder kurzfristige Maßnahmen. Stattdessen entwickeln sie eine kohärente langfristige Vision beziehungsweise ein gemeinsames Narrativ, in das sich auch kurzfristige Initiativen einfügen und das zu einer übergeordneten Entwicklungsstrategie beiträgt.

Die Herausforderung für Kommunen besteht daher darin, innovative Ansätze zu entwickeln, die Investoren zu langfristigen lokalen Investitionen motivieren. Gleichzeitig müssen Städte die finanziellen Ressourcen, das Fachwissen und die Kenntnisse mobilisieren, die für die Entwicklung und Umsetzung solcher strategischen Leitbilder erforderlich sind.

d. Die wachsende Rolle von Partnerschaften zwischen Universitäten und Kommunen

Partnerschaften zwischen Universitäten und Kommunen gewinnen zunehmend an Bedeutung, um globale Entwicklungsziele auf lokaler Ebene umzusetzen und den Wissens- sowie Erfahrungsaustausch zu fördern. In vielen Kontexten spielen Hochschulen eine immer wichtigere Rolle bei der Unterstützung von Kommunen und beim systematischen Aufbau von Kompetenzen innerhalb der lokalen Verwaltung. Ohne die Zusammenarbeit mit lokalen Universitäten – die sowohl über fundiertes Kontextwissen als auch über Verbindungen zu internationalen Forschungs- und Fachdiskursen verfügen – fällt es Kommunen oft schwer, wirksam auf die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu reagieren.

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse erwies sich das Motto „Housing the World“ als ein äußerst treffender Titel für das WUF13. Wohnungsfragen sind zugleich lokaler und globaler Natur. Veranstaltungen wie das World Urban Forum tragen dazu bei, gemeinsame Herausforderungen sichtbar zu machen, Brücken zwischen Städten zu bauen und den Wissensaustausch sowie die Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze über Regionen und Kontinente hinweg zu fördern.

Foto & Text: © Dr.-Ing. Mohamed ElGamal, durch seine Teilnahme am WUF 13 – Baku, Aserbaidschan | Universität Rostock


Moritz-Ziller-Preis


Rostocker StadtDialog: "Gemischte Platte“?

Am 6. Februar 2026 haben wir uns in der Mensa Ulme in Rostock zum zweiten Rostocker StadtDialog getroffen und intensiv über die Zukunft der Großwohnsiedlungen diskutiert. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Nutzungsmischung, neue Wohnformen, Mobilität und die Qualität öffentlicher Räume.

Klar wurde: Die „Platte“ ist ein wichtiger Teil der Rostocker Stadtstruktur – und hat großes Potenzial. Mehr Mischung, vor allem im Erdgeschoss, neue Wohnformen wie Co-Housing oder Mehrgenerationenwohnen sowie der Wandel hin zu autoarmen, multimodalen Quartieren wurden als zentrale Ansätze gesehen.

Moderiert wurde der Abend von Christin Noack, Impulse kamen u. a. von Aylin Akyildiz.

Der nächste StadtDialog findet am 4. Mai 2026 im Rathaus Rostock statt – wir freuen uns auf euch!

Fotos: © ITMZ | Universität Rostock


Call for Book Chapters


Hendrik Jansen in den Expert*innenrat der Smart City Rostock berufen

Tolle Neuigkeiten: Hendrik Jansen wurde in den Expert*innenrat der Smart City Rostock berufen! Der Beirat hat die Aufgabe, die Stadt bei Fragen der digitalen Stadtentwicklung zu beraten und zukunftsweisende Impulse zu geben.

Weitere Infos zur Smart City Rostock


Positionspapier „Perspektive Netto-Null Flächenverbrauch“ veröffentlicht

Im Rahmen eines Arbeitskreises der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL) wurde unter Mitwirkung des Lehrstuhls ein Positionspapier zur Reduzierung des Flächenverbrauchs in Deutschland publiziert. Das Papier entwickelt Strategien, wie eine Flächenkreislaufwirtschaft bis 2050 umgesetzt werden kann. Die Publikation findet ihr hier.


Neubesetzung der Professur Nachhaltiger Städtebau und Mobilität

Die Professur für Nachhaltiger Städtebau und Mobilität ist zum 01.04.2024 durch Hendrik Jansen besetzt worden. Er absolvierte sein Studium der Raum- und Stadtplanung von 2006 bis 2012 an der Technischen Universität Dortmund und der San Diego State University in den USA. In seiner Lehre möchte Professor Jansen die Studierenden ermutigen, menschengerechte Städte zu entwerfen, die Städtebau und Mobilität integriert und umweltschonend denken. Ein sparsamer Umgang mit Grund und Boden ist dabei ebenso wichtig, wie eine nachhaltige städtebauliche Gestaltung.